Ihre Tierarztpraxis in Giesenkirchen

 



Erste Hilfe Tipps


Auch wenn Sie noch so gut auf Ihr Haustier aufpassen, Unfälle oder Verletzungen können immer passieren.

1) Ruhe bewahren! Tier beruhigen, Sie sind die Vertrauensperson Ihres Haustieres!
2) Lagerung – Brustlagerung
3) Transport – Ohne große Vibrationen, gesichert
Großen Hund auf Jacke/Pullover oder Brett legen und tragen.
Bissiger Hund: Maul mit Mullbinde/Schnürsenkel zubinden!
4) Warm halten! Ohren bis in die Spitzen massieren (Kreislaufanregung)

Was erfordert Erste Hilfe?
• Autounfall
• Beißereien
• Sturz
• Bewusstseinstrübung/Bewusstlosigkeit
• Verletzungen
• starke Blutungen, Knochenfrakturen, Augenverletzungen
• Fremdkörper
• Aufnahme giftiger Substanzen
• Gefahr von Schock!


Was passiert bei einem Schock?
Symptome:
• steigende Atemfrequenz, aber häufig flachere Atmung, Hecheln
• blasse Schleimhäute an Maul und Augen
• sinkende Körpertemperatur (< 37,7°C rektal gemessen)
• Muskelschwäche
• Bewusstseinstrübung bis Koma
• steigende Herzfrequenz (Puls fühlbar Innenschenkel hinten)
• mehrfaches Erbrechen
• vergrößerte Pupillen
• bei Vergiftungen kirschrote Schleimhäute und steigende Körpertemperatur über 40,0°C
Bei einem Schockgeschehen kommt es zu einer sogenannten Zentralisierung. Das bedeutet, dass nur lebenswichtige Funktionen (sogenannte Vitalfunktionen) aufrechterhalten werden, also die Herzdurchblutung oberste Priorität hat. Restliche Gewebe und Organe (letztlich auch das Gehirn) erhalten dann zu wenig Blut und damit zu wenig Sauerstoff. Die Folgen sind Zellschädigung bis zum Zelltod. Die verringerte Gehirndurchblutung führt zum Bewusstseinsverlust.
Bewusstlosigkeit:
• Zunge vorlagern
• Atemwege freihalten. Erbrochenes/Blut/Schleim aus Maul entfernen
• Bei Erbrechen Tier hinten hochlagern
• Kopf leicht strecken und tiefer lagern
• Nicht über den Rücken drehen, insbesondere große Rassen! Gefahr der Magendrehung!
Atemstillstand:
• über Nase beatmen
• Vorsichtige Herzmassage in regelmäßigem Rhythmus
• Auf Nase schnippen oder kneifen


Verletzungen
Wunden:
Wunde mit Wasser spülen, mit feuchten sauberen Tüchern abdecken
Starke Blutung:
• oberhalb der Wunde (Rumpf-nah) stauen mit Mullbinde, Gürtel, Halstuch, o.ä. (max. 10 Min., öffnen, wieder stauen)
• Druckverband bei starken Blutungen (max. 10 Min.)
• Schutzverband bei weniger starken Blutungen
Knochenbrüche:
• Schienen mit Karton, aufgerollte Zeitung, Stock
• Fixieren mit Mullbinde, Gürtel
• Lähmung:
• Vorsichtig lagern, Wirbelsäule nicht biegen/drehen
• Auf Brett transportieren
Verbrennungen:
• Abduschen mit handwarmen Wasser
• Wunden mit kalten, feuchten Tüchern abdecken
Fremdkörper:
• Maulbereich: Wenn möglich, entfernen
• Pfote: Tier ggf. tragen, Leckschutz
• Fremdkörper verschluckt: keine Ersthelfermaßnahmen möglich -> Tierarzt
• Ohr (plötzlich massives Ohrschütteln): keine Ersthelfermaßnahmen möglich -> Tierarzt
Bienen-/ Wespenstich:
• Kühlen
• Biene/ Wespe verschluckt: Hals kühlen, sofort Tierarzt aufsuchen!
• Augenverletzungen:
• Bei Eindringen reizender Substanzen: mehrminütiges Spülen mit körperwarmem Leitungswasser
• Weitere Verletzungen durch Scheuern unterbinden, ggf. Halskragen
• Bei Augapfelvorfall mit kaltem, nassem Tuch abdecken
• Nach Erste Hilfe Maßnahmen ist es unbedingt anzuraten einen Tierarzt aufzusuchen, welcher die weitere Versorgung übernimmt
Hitzschlag:
• Tier an schattigen/kühlen Ort bringen
• Tier in nasse/kühle Tücher wickeln (Tücher stetig wechseln oder anfeuchten)
• Pfoten kühlen
Bei kleineren Verletzungen oder milden Krankheitsgeschehen bei ansonsten unauffälligem Verhalten ist es sinnvoll einige Medikamente und etwas Verbandsmaterial mit Watte griffbereit zur Hand zu haben. Pfotenverbände bitte immer gut polstern, auch zwischen den Zehen!


Verdauungsstörungen
Erbrechen
Leidet Ihr Tier an Erbrechen, sollten Sie es am ersten Tag der Symptome nüchtern lassen. Wasser können Sie mit Traubenzucker (ca. 5 TL auf 1l) und Salz (ca. 1 TL auf 1l) anreichern, welches Sie Ihrem Tier in kleinen Portionen anbieten.
Am folgenden Tag können Sie Ihrem Tier Schonkost in mehreren, kleinen Portionen über den Tag verteilt (mind. 3 Portionen, alle 8 Std.) anbieten.
Die Symptome sollten sich innerhalb weniger Tage verbessern. Nach 5 Tagen können Sie i.d.R. wieder das normale Futter geben.
Rezept Schonkost
Am Besten nehmen Sie Risottoreis, den Sie so lange kochen, bis er matschig wird. Dadurch ist er besser verdaulich und der abgegebene Schleim legt sich zudem als Schutz auf die Magenschleimhaut. Dazu geben Sie gekochte Karotten und mageres Hühnchen oder Rinderhack. Sie können dies ggf. noch pürieren und eine Prise Salz zugeben, ansonsten sollte die Schonkost ungewürzt sein.
Tagesmenge im Verhältnis:  100g Fleisch pro 10kg Körpergewicht – doppelte Menge Reis/Gemüse
Durchfall
Bei Durchfall können Sie für Ihr Tier die Morosche Karottensuppe kochen. Der Rohfaseranteil der Karotten hilft dabei, den Kot anzudicken. Füttern Sie die Suppe in mehreren, kleinen Portionen über den Tag verteilt. Wenn die Symptome abklingen, geben Sie am besten noch Schonkost für ein paar Tage. Außerdem ist es ratsam Kot über 3 Tage für eine Kotuntersuchung zu sammeln, um einen Parasitenbefall auszuschließen.
Rezept Morosche Karottensuppe
500g geschälte Karotten mit 1l Wasser mind. 1,5 Std. kochen lassen. Danach durch ein Sieb drücken oder pürieren und auf 1l mit Wasser auffüllen und 1 TL Meersalz dazugeben. Zur Verfeinerung für Ihre Fellnase können Sie auch Hühnerfleisch mitkochen.


Parasiten
Zu den gängigen Ektoparasiten (= Parasiten, die in und auf der Haut des Wirts leben) zählen Flöhe, Zecken, Räudemilben, Haarbalgmilben und Ohrmilben. Sprechen Sie uns an, um Tipps zu erhalten, wie Sie Ihr Tier davor schützen können und was im Falle eines Parasitenbefalls zu tun ist.
Würmer und Giardien zählen zu den Endoparasiten, diese kann man in einer Kotuntersuchung nachweisen. Wir beraten Sie gerne wann und wie oft Sie Ihr Tier entwurmen sollten.
Achtung: Eine Wurmkur wirkt nie prophylaktisch! Auch wenn Sie Ihr Tier heute entwurmen, kann es sich morgen wieder neu infizieren.


Giftpflanzen
Alle Wohnungspflanzen sollten ungiftig sein, wenn man Kinder hat und/oder Tiere hält. Nachfolgend eine Liste der häufigsten Pflanzen, welche für Hunde, Katzen und andere Kleintiere giftig sind.
Liste von Giftpflanzen:
• Alokasie, Alpenveilchen, Amaryllisgewächse (z.B. Klivie), Anemonen, Aralie, Aronstab, Azaleen
• Begonien, Blausternchen, Browallie, Brunfelsie, Buchsbaum
• Calla, Christrose, Christusdorn
• Dieffenbachie, Dipladenie
• Efeu, Eibe, Eisenhut, Engelstrompete
• Farn, Fingerhut, Flamingoblume
• Ginster, Goldlack, Goldregen, Goldtrompete
• Hahnenfuss, Hammerstrauch, Herbstzeitlose, Heliotrop, Hyazinthe
• Iris
• Kaffeebaum, Kaladie, Kassie, Katzenschwanz, Kirschlorbeer, Klematis, Kolbenfaden, Korallenstrauch, Krokus, Küchenschelle
• Liguster, Liliengewächse, Lupinie
• Maiglöckchen, Mistel
• Nachtschatten, Narzissen
• Oleander, Osterglocken
• Passionsblume, Pfaffenhütchen, Petunien, Philodendron, Primeln
• Rhododendron
• Schierling, Schneeglöckchen, Seidelbast, Silberblatt, Sternjasmin
• Thuja, Tollkirsche, Tulpen
• Weihnachtsstern, Winden, Wolfsmilch, Wüstenrose
• Zierpfeffer und viele mehr!!!





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